Belgien: Ein Schaffner wird verklagt, weil er "Guten Tag" auf Französisch sagte

Am Mittwoch, dem 16. Juli 2025, löste auf der Pferderennbahn von Mont-Saint-Michel ein einfacher Gruß eine regelrechte Kontroverse aus: Ein Zugbegleiter wird verklagt, weil er gesagt hat " hallo " in Französisch als er sich im flämischen Teil des Landes befand.

Dieser ungewöhnliche Fall lässt die sprachlichen Spannungen in Belgien wieder aufleben und stellt die Regeln für den Gebrauch der Amtssprachen in den Zügen in Frage.

Hintergrund und Tathergang

Ende 2024, auf einer Fahrt zwischen Brügge und Gent, spricht der Schaffner die Reisenden an: "Goeiedag, hallo!" Sofort stellt ein Passagier die Sprachenmischung in Frage; er erinnert daran, dass in der flämischen Region nur Wörter auf Niederländisch sind erlaubt. Bei einer Kommission der SNCB wird eine Beschwerde eingereicht, die zum Erstaunen des Schaffners als zulässig erachtet wird.

"Was passiert ist, ist ziemlich schlimm. Im Zeitalter der Globalisierung wird ein einfaches "Hallo" zu sagen zu einer Straftat", bedauert er.

In den sozialen Netzwerken sorgt der Fall für große Aufregung: Einige flämische Internetnutzer sind der Meinung, dass der Schaffner sich nicht an "die Regeln" hält und "die Reisenden vergisst", während die Mehrheit der Nutzer darin eine anachronistische Absurdität sieht.

Offizielle und mediale Reaktionen

Angesichts der Polemik greift der Verkehrsminister Georges Gilkinet ein:

" Ein hallo hat noch nie jemanden getötet, weder in Niederländisch oder in Französisch. "

Die SNCB bestätigt, dass keine Sanktionen gegen den Schaffner verhängt werden. Dieser nutzt die Werbung sogar, um eine Linie von "Goeiedag, Bonjour"-Tassen auf den Markt zu bringen, Slogan : " Weil ein Hallo keinen Preis hat ".

Linguistische und gesellschaftliche Herausforderungen

Dieser Fall wirft ein Schlaglicht auf zwei Realitäten:

  1. Strenge Sprachregeln Belgien schreibt vor, dass das Personal der SNCB sich in der Regionalsprache ausdrücken muss, in der der Zug verkehrt (Französisch in Wallonien, Niederländisch in Flandern) - ein historisches Erbe, das das Gleichgewicht der Gemeinschaften bewahren soll.
  2. Gesellschaftliche Entwicklungen In Zeiten der europäischen Mobilität und der Zweisprachigkeit scheint das Verbot einer Höflichkeitsfloskel unverhältnismäßig und könnte dem Image des öffentlichen Dienstes schaden.

Auswirkungen und Perspektiven

  • Für Reisende: Dieser Fall erinnert an die Bedeutung des zweisprachigen Verständnisses an Bord, könnte aber auch das Personal davon abhalten, freundlich zu sein, weil es Sanktionen befürchtet.
  • Für die SNCB: Ein Bedarf, ihre Sprachenpolitik zu klären und ihr Personal in neutralen oder zweisprachigen Formulierungen zu schulen, um in Zukunft Zwischenfälle zu vermeiden.
  • Für die nationale Debatte: Eine neue Episode, die die Frage nach dem Stellenwert der Sprachen in Belgien zwischen der Einhaltung der Regeln und der Notwendigkeit der Öffnung erneut aufwirft.

Schlussfolgerung

Die Episode, in der ein Schaffner verklagt wurde, weil er gesagt hatte " hallo " in Französisch in Flandern veranschaulicht die Komplexität des Zweisprachigkeit in Belgien. Es ist mehr als nur eine Anekdote, sondern ein Aufruf, die Anwendung der Sprachregeln zu überdenken, um den Respekt vor den Gemeinschaften und die elementare Höflichkeit der Nutzer miteinander in Einklang zu bringen.